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Eichenlaub

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Eichenlaubprozessionsspinners
sehr giftig

bitte lesen, es könnte jeden treffen

Ein kleiner Rüde (5 Mon.) kam am Montag in die Klinik mit starken Anzeichen einer Vergiftung.
Erbrechen im 15 min. Abstand, weißes Zahnfleisch, hohes Fieber 40 °, Kreislaufkollaps.

Im Erbrochenen waren schwarze Krümel, ähnlich wie Granulat, aber erdig ohne Steinchen.
Später kam nur noch Galle

Nach Erstellen von Blutbild, Urinprobe, Röntgenaufnahme, war die Diagnose sehr eindeutig:

Pyroplasmose oder Babesiose, zusätzlich eine stark vergrößerte Leber ( die Leber reagiert automatisch auf Vergiftung mit Vergrößerung, die sich später wieder zurückbildet)
Diese Krankheiten werden von Zecken übertragen, die aber nur in bestimmten Regionen Deutschlands vermehrt vorkommen.

Dem Hund wurde ein Gegengift für Pfanzen und Tiergifte gespritzt und ein starkes Antibrechmittel. Weiterhin wurde ihm ein Mittel verabreicht, das reichlich Leinöl (zum Abtransport der Giftstoffe) und Substanzen zum Schutz der Magenschleimhaut enthielt. Dieses Mittel wurde einen ganzen Tag lang jede Stunde 3 ml. eingegeben. Sollte der Brechreiz nicht aufhören, dann gab mir der TA Sedalin mit, zur Ruhigstellung.

Zuhause angekommen, hatte mittlerweile meine Hündin auch die gleichen Sympthome und wurde auch mit den Mitteln behandelt.
Es war eine lange Nacht, die die Beiden nur durch Ruhigstellen mit Sedalin überlebten. Der Brechreiz und der damit verbundene Wasserverlust wäre sonst zu stark gewesen.

Mein Mann suchte das ganze Gelände ab und fand dann auch den Grund der Vergiftung:
Asche von verbrannten Raupen des Eichenlaubprozessionsspinners und deren Nester.

Dazu ein kleiner Zwischenstopp:
Im Sommer 2005 gab es gerade im Saarland ein vermehrtes Aufkommen dieser Raupen. Es wurden stellenweise Schulen geschlossen und Wohngebiete evacuiert. Die Haare der Raupen sind hochgiftig. Lösen Allergien, Atemnot bis hin zum Herzstillstand aus. Sie fliegen ca. 100 mtr. durch die Luft. Beim Abernten im Schutzanzug durch die Feuerwehr, mußten anliegende Gebäude geräumt werden. Die Gefahr der Ansteckung war zu groß.
Die Raupen befinden sich ausschließlich auf Eichen.

Wir selbst haben Eichen auf dem Grundstück und schrecklich viele dieser Nester. Mein Mann entfernte sie wie gesagt im Schutzanzug und verbrannte alles.

Meine Kinder und mein Mann hatten vorher sehr starken Ausschlag. Die Pferde kratzten sich blutig. Bei den Hunden vermutete ich Grasmilben, bis uns das mit den Raupen auffiel.

So, auf jeden Fall hatten die Hunde eindeutig von dieser Asche gefressen. Wohl nicht viel, aber genügend.

Am Dienstag Morgen war ich ganz früh mit beiden erkrankten Tieren wieder in der Klinik. Da wir nun das Gift hatten, informierte mein TA sofort per Internet eine Ärzteschaft, die alle Hebel in Bewegung setzten.
1/2 Stunde später das Ergebniss:
Die Asche dieser Raupen ist genauso giftig, wie die Raupe selbst. Das Gift übersteht die Verbrennung. Und egal ob Berührungskontakt oder Aufnahme, kommt es zu großen Vergiftungen. Das Gegenmittel hatte mein TA glücklicherweise am Vortag unbewußt gespritzt, so daß der Kleine dann schon auf dem Weg der Besserung war.

Eine weitere halbe Stunde später kam dann die 2.Mail der Ärzteschaft:
Die Sympthome, die das Gift auslöst, sind die gleichen, wie bei einer Pyroplasmose oder Babesiose. Als einziger Unterschied, eine starkt vergrößerte Leber.

Also genau das Ergebnis, daß am Tag zuvor bei den Untersuchungen rauskam.

Mein TA fand es am Tag zuvor auffällig, daß er so viele Hunde mit diesen Sympthomen im letzen Jahr behandelte. Vielleicht war es auch da keine Pyroplasmose sondern eine Reaktion auf diese Raupen.

Ich möchte Euch einfach nur mit auf den Weg geben:
Sollte Euer Hund (oder auch Eure anderen Tiere) von Frühjahr bis Herbst einen starken Juckreiz haben, dann schaut nach, ob in angrenzenden Gärten oder Eurer Hundespielwiese, Hundeplatz usw. Eichen stehen.
Dies ist kein Scherz.


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